Donnerstag, 20. März 2008

Ticking sights and attending the service

Proooost! Cheers! Chin Chin! Wieder ein wunderbares Pubfoto und ein genaues Hinsehen beweist, dass ich nur Shandy (bei uns hieße das ganz ordinär 'Radler') trinke. Leene hatte vor kurzem eine Freundin aus Göttingen zu Besuch, Sandra, die wir gleich am ersten Abend in einen unserer Lieblingspubs hier, dem 'New Inn' in South Ealing, schleppten. Für jeden gab es einen grandiosen Bacon-Cheese-Burger mit Pommes (in England 'Fries' oder 'Chips' - was wir in Deutschland 'Chips' nennen ist hier 'Crisps'... das kann echt am Anfang ganz schön verwirren und zu fatalen Verwechslungen und Missverständnissen führen...) und Salat.
Von diesem Foto würde ich gern bahaupten, dass ich es geschossen hab... Aber es muss grad mal herhalten um noch schnell unseren Besuch vom Gottesdienst in der St. Paul's Cathedral einzustreuen, den wir am Freitagabend hatten. Da Sandra evangelische Theologie studiert, war sie natürlich besonders an den Kirchen Londons interessiert auch an der dazugehörigen Liturgie - wenn auch anglikanisch. 17 Uhr war also "Evensong" und wir konnten in kleinem Kreis (übrigens auch kostenlos - die einzige und ein bisschen freche Methode, um die 9 Pfund Eintritt zu umgehen - was wir natürlich nicht im Sinn hatten) in dieser atemberaubend riesigen Kathedrale im Innenraum direkt unter der Kuppel sitzen und ein weiteres Stück Kultur erleben. Da alles für das richtige Teilnehmen am Gottesdienst auf kleinen leaflets verteilt wurde, konnte ich mich also eher unregelmäßige Kirchgängerin mit Hilfe von Instruktionen wie 'Stand', 'Remain standing' und 'Sit down' auch nicht vor allen blamieren... Es war wirklich schön und eine tolle Atmosphere durch den riesigen Raum und den Chor, der latainische und englische Texte gesungen hat.
Bei den Fotos vom Abend nach der St.Pauls häufen sich eigenartigerweise wieder Fotos von köstlichem Essen auf meiner Kamera. Diesmal: Ein Foto aus dem 'Hare & Tortoise' am Ealing Broadway, ein japanisches Restaurant mit tollem Sushi und Japanese Ice-Cream als Dessert in den exotischen Geschmacksrichtungen 'Grüner Tee' - 'Kastanie' - 'Schwarzer Sesam'. Meine Meinung: Green Tea schmeckt nach grünem Tee, wässrig, beschissen. Kastanie is gar nicht übel aber locker zu toppen von 'Black Sesame', die komisch-graue Kugel auf dem Foto. Hab mir von Victoria noch erzählen lassen, dass es auch noch 'Rote Bohnen' gibt.... tz.
Am Samstag war ich dann n bisschen allein unterwegs... Stadt Stück für Stück weitererkunden, British Museum, n bisschen Zeichnen, ne Führung zu den Angelsachsen aus den Britischen Inseln mitmachen - ja, es war tatsächlich interessant. Vor allem hat mich das an meine Zeit im Museum erinnert, weil die volunteer-Führerin ungefähr mein Alter war und so megatief durchgeatmet hat bevor es losging, dass ich schmunzeln musste und dachte: Ähh, jaaaa, das kommt dir verdammt bekannt vor...! Und bei dieser Führung hab ich unheimlich coole saualte Schachfiguren entdeckt, die aussahen wie kleine Comicfiguren aus heutiger Zeit, mit riesigen Glubschaugen aus Elfenbein.
Auf dem Weg nach Hause noch ein bisschen fotografiert und festgestellt, dass ich mir mal wieder die Haare schneiden lassen sollte... :-) - was bis heute nicht geklappt hat. Abends war ich dann noch mit Jared was trinken, sind bei mir hängengeblieben und nächsten Morgen nach nem ausgiebigen Frühstück bei Leene wieder zu viert in die Stadt gefahren zu Shakespeares Globe.Das Globe Theatre wie es heute in London steht is echt ne krasse Sache. Mit reichlich Spendengeldern wurde es erst 1997 wieder an einer leicht versetzten Stelle eröffnet. 1613 brannte das ursprünglich Theater nämlich nieder, weil man während einer Vorstellung von 'Henry the eighth' Kanonen zwecks Spezialeffekten abfeuerte und dadurch das Reetdach in Flammen aufging. Da es aus bestimmt zu einem an 100 grenzenden Prozentsatz aus brennbarem Material gebau war, konnte man nicht wirklich was machen. Außer es im 20. Jahrhundert wieder aufzubauen und täglich Hunderte von Touris durchzujagen. Zum Beispiel uns. Wir haben eine echt cool gemachte Führung miterlebt und einiges gelernt. Beispielsweise, dass sich auf der kreisrunden Fläche in der Mitte vor der Bühne 'The Yard' damals wohl bis zu 1000 Leute auf die Füße getreten haben, man bis zur Bühne vorgehen konnte - sogar bequem auf dem Rand fletzen konnte. Und das ganze für einen Penny (heute sind wir bei 5 Pfund). Sozusagen die billigsten Tickets für die Aufführungen. Man nannte diese Menge aufgrund des Ortes im Theater 'Groundlings' und aufgrund ihres Gestankes 'Stinkards'. Im 16. Jh. wurde sich nur zweimal im Jahr gewaschen. 1x im Sommer und 1x im Winter. Hmmmm... Heute ist das Globe wie gesagt wieder nach Originalplänen aufgebaut und man spielt alte Shakepeare-Kamellen auf. Auch das Reetdach ist wieder da. Von Kanonen weiß ich nichts.
Auf den Tribünen ringsrum saßen dann schon die etwas gehobenere Gesellschaft und das, wie wir erfahren haben, eher um gesehen zu werden, um sich auch über dem gemeinen Volk platziert zu sehen und viel weniger, um gutes Theater zu sehen. Gegen 2 Uhr nachmittags knallt nämlich die Sonne direkt auf die teuersten Plätze, sodass man eigentlich keine Chance hatte, das Stück ordentlich zu sehen. Auch tolle Toiletten gibt es im Globe. Mit Warteraum und nem Riesenspiegel...Ich glaub Sandra hatte nur halb soviel Spaß daran wie ich :-)
Weiter gings zu ner sicherlich unheimlich wichtigen Sehenswürdigkeit, deren Namen mir grad nicht einfällt. Ich glaube dass dort die Pferde der Queen sind, weil es unheimlich nach Pferd gestunken hat. Und auch, weil an nem Schild was mit 'Cavalry' stand... Jedenfalls etwas Royales, dass von schon ziemlich angenervten rotbemäntelten und spitzbehelmten Männern bewacht wurde. Auch hier konnten wir (bis auf Leene) uns ein Foto nicht verkneifen... Mittlerweile bereue ichs n bisschen, von ganz nah sah er nämlich noch viel genervter aus... Irgendwie auch kein Wunder, wenn alle 3 Sekunden die Person an seiner Seite wechselt, gefolgt von dem netten Blitzlicht der Familienkamera.
Gefragt haben wir uns jedenfalls, warum es keine Taschen an den roten Mänteln gibt. Vielleicht, damit Ihnen keine Telefonnummern zugesteckt werden können - etwas gegen das sie sich nicht wehren könnten... nehm ich an.Ein weiterer Höhepunkt an dem Abend war Gottesdienst Nummer 2 an diesem Wochenende. Im Gegensatz zur St. Paul's Cathedral, in der wir ja nur zu einem ziemlich passiven 'Evensong' waren, hatten wir in der Westminster Abbey gleich neben dem Big Ben und den Houses of Parliament einen wunderbaren Abendgottesdienst im kleinen Kreis. Nein, ich bin noch nicht der anglikanischen Kirche beigetreten, aber es war einfach eine sehr entspannte und entspannende Stimmung und die imposante Halle der Westminster Abbey war atemberaubend. Auch ohne viel religiösem Tiefenwissen habe ich versucht die Psalme mitzusprechen und auch bei den Liedern leise mit zu singen. Auch der Privatsekretär des Erzbischofs von Canterbury, der den 'service' leitete war echt n sympatischer Kerl...Beim Rauskommen nochmal die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in tollem Licht erhascht ... - das London Eye, der Big Ben und rote Ampeln.......und langsam nach Ealing zurück in eins unserer zweiten "Zuhause"...dem 'North Star'.
Langsam versteh ich die Engländer wirklich. Diese 'community pubs' sind wirklich wie n zweites Wohnzimmer und deshalb an jeder Ecke zu finden. Abends halt n Bierchen, übers Wetter reden und täglich grüßt das Murmeltier. (Hej, dieser Blogeintrag beginnt und endet im Pub. Dave hatte irgendwie Recht, als er damals sagte, dass man hier trinken lernt :-)...)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ist ja ne lange Baustelle! LG